Reisebericht
Boppard, Deutschland
NFLE-Meeting X
Samstag, 16. August 2008
Um das Sommerloch erträglicher zu machen, lassen sich Footballfans immer wieder etwas einfallen. Dieses Mal wurden wir von Doris und Franzi von den Vikings-Fire dazu „überredet“, mit nach Boppard zu kommen, wo sich jährlich hunderte footballbegeisterte Leute aus ganz Europa treffen.
Die Reise startete am Freitagabend von Vorarlberg aus. Da uns das recht bescheidene Wetter daran hinderte zum Feuerwerk zu Ehren des Fürsten von Liechtenstein zu gehen, brachen wir auch früher als geplant auf. Schon gegen
17:30 Uhr nahmen wir unser Raidersfans-on-Tour-Mobil in Betrieb und waren „on the road again“!
Zum ersten Mal musste ich nicht als lebendiges Navigationssystem herhalten, da Flo ein kleines aber feines Wege-find-Gerät von einem Arbeitskollegen ausgeliehen hat. Sollte mir das zu denken geben? Mir soll´s aber recht sein. Ich habe mich immer wieder über die freundliche Frauenstimme amüsiert, wenn sie wieder einmal mitten auf der Autobahn meinte: „bitte wenden!“ oder wenn wir ihre Anweisungen aufgrund der Spritsuche absichtlich ignorierten und sie dann verzweifelt versuchte, uns wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Ich hab´ nur darauf gewartet bis die Meldung „Dann macht´s euch doch selber!“ kommt. Aber das ist wahrscheinlich zu viel an Humor verlangt von einem technischen Kästchen.
Auf unserem Nachtflug kamen wir erstaunlich gut voran. Nur ein kleiner Stau hat uns etwa eine halbe Stunde gekostet. Aber das tat mir eh gut – weil ich zu der Zeit schon ziemlich mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte und im
Stop-and-go-Verkehr konnte ich mich durch das Beobachten der anderen Autofahrer wach halten. Allerdings verlor ich diesen Kampf kurzzeitig, als wir in die Gegend von Frankfurt kamen.
Die letzten Kilometer nach Boppard hielt mich dann die Straßenführung wach. Da wurde ich von links nach rechts und umgekehrt gedrückt. Die Beschilderung der äußerst kurvigen Straße lässt auf einen ziemlich wagemutigen Fahrstil der Einheimischen schließen. Das „50-aufgehoben“-Schild vor der ersten Haarnadelkurve verdutzte Flo und mich schon einigermaßen!
Dank des Navis - das bei den ausschlaggebenden Stellen doch den richtigen Weg wies – kamen wir dann nach guten 5-einhalb Stunden in der gewünschten Straße an.
Verdutzt dass wir schon so früh angekommen waren, holte uns Franzi dann ab, und führte uns gleich zum Winzerkeller – dem offiziellen Treffpunkt aller Footballfans in diesen Tagen. Da lernten wir schon die ersten neuen Freunde kennen und genossen unser allererstes Alt-Bier. Kurz darauf traf noch Martin ein, ein weiterer österreichischer Footballfan, ein. Nachdem auch er bei einem kühlen Alt willkommen geheißen wurde, machten wir uns dann doch noch
auf den Weg zu unserer Unterkunft. Schließlich ist das feiern nicht so lustig, wenn man ständig auf sein Gepäck schauen muss.
Mit einem Zwischenstopp bei Doris´ und Franzis´ Unterkunft, einem alten Stadtturm mit unzähligen Stufen, bei dem wir die Gelegenheit für ein kühles Blondes nützten und Flo mittels einer Dose „Pure Coffein“ auf Touren brachten, ging´s dann weiter in Richtung Innenstadt.
Die Jugendherberge befand sich 2 Türen weiter vom Rock Keller. Dieser Umstand führte natürlich dazu, dass wir nach dem nicht gerade lautlosen abliefern unseres Gepäcks schnurstracks wieder einige Stufen tiefer eilten und unsere Kehlen im besagten Keller weiter befeuchteten. Patrick, Doris´ Sohn wurde durch unsere dezente Ankunft geweckt, und schloss sich uns kurz entschlossen an. Allerdings konnte uns die heimelige Atmosphäre und Flo´s Koffein-Schock „nur“ bis 4 Uhr in ihren Bann ziehen. Die Fahrt hat uns doch wohl mehr erledigt, als wir erst dachten. Wie wir am nächsten „Morgen“ erfahren haben, sind unsere Kollegen dem Charme des Rock Kellers bis in die Morgenstunden erlegen.
Dem entsprechend liefen am nächsten Tag auch ziemlich viele offensichtlich dem Footballsport zugetane Menschen mit sehr, sehr kleinen Augen herum, die die meisten von ihnen hinter dunkelschwarzen Sonnenbrillen zu verstecken versuchten. Nach solchen Nächten fängt der Tag dann einfach ein- oder zwei Spuren langsamer an! Und nach dem Frühstücks-Tannenzäpfle in der Chocobar sah die Welt dann für viele wieder besser aus!
Beim Winzerkeller dann fand ein gemütliches Frühschoppen bzw. Vorglühen statt. Hier waren nun Fans von beinahe allen Footballnationen versammelt. Alt, Bullensperma und Shots flossen und die Stimmung war genial. Ein fröhliches Wiedersehen mit „alten“ Bekannten und herzliches Kennen lernen neuer, verhaltensorigineller Zeitgenossen begann. Auch Gönich Borg und seine Königin waren natürlich mit dabei und waren nicht wenig erstaunt, als sie uns erblickten. Denn es wusste ja außer den Vikings-Fire niemand Bescheid, dass wir kommen.
Gegen 14 Uhr dann machte sich der ganze Tross auf den Weg zum Schiff. Begleitet von Dudelsäcken und Trommeln bezogen an die 500 Footballfans das Schiff und starteten die Party.
Auf drei Decks konnten wir uns nach Herzenslust austoben. Ganz oben wurde getanzt, in der Mitte konnte man sich ausruhen und die wundervolle Landschaft genießen und unter Deck bekam man Gelegenheit beim NFL-Shop Caps, Pins oder T-Shirts zu kaufen, sowie den Magen mit etwas Leckerem aus der Schiffskombüse zu beruhigen.
Flo hat es in vollen Zügen genossen, nicht fotografieren zu müssen. Wir konnten beide einfach die Stimmung genießen, ausgelassen zum Partysound an Bord zappeln und das eine oder andere Alt trinken.
Gegen ende der amüsanten Rheinschifffahrt sah man schon den einen oder anderen, der ein bisschen schlapp an der Reling hing oder es sich auf einem der Stühle bequem gemacht hat. Sonne und Alt forderten halt ihren Tribut.
Anschließend an die Schifffahrt verteilten sich die meisten Footballfans im ganzen Städtchen, um Magen und Kopf Gelegenheit zu geben, sich wieder zu beruhigen. Am Abend dann ging die Party wiederum beim Winzerkeller weiter. Als es dann dunkel wurde, wurden wir auch noch mit einem hübschen Feuerwerk unterhalten. Ein krönender Abschluss, für einen gelungenen Tag.
Flo und ich verkrochen uns schon zeitig in unsere Betten und schliefen beide tief und fest bis zum nächsten Morgen.
Als wir gerade bezahlt hatten, wären wir beinahe noch von Jassi überrannt worden, die von Max verfolgt wurde. Anscheinend hat ihn ihr Geburtstagsgeschenk dazu veranlasst, sie quer durch die Jugendherberge zu hetzen. Wir fragten dann aber nicht näher nach und wankten in Richtung Chocobar. Ein „von-den-toten-erweck-Kaffee“ und ein Caramel-Moccachino später sah die Welt in Boppard wieder freundlicher aus.
Zu guter Letzt fand noch das große Verabschieden – wie könnte es anders sein – wieder vor dem Winzerkeller statt.
Erfreut stellten wir alle fest, dass die meisten sich bei der German Bowl ende September wieder sehen würden und die, die dieses Ereignis nicht besuchen werden versprachen, dass man sich sicher in der nächsten Footballsaison in Österreich trifft!