Reisebericht
Prag Panthers, Tschechien
Samstag/Sonntag 9. und 10. April 2011
Die wahrscheinlich längste Tour 2011 führte uns am letzten Wochenende nach Prag. Zu unserem erstaunen meinte unser Navi dieses mal nicht „das Ziel liegt in Pfeilrichtung“. Das war doch schon einmal ein gutes Zeichen!
Doch zu erst ließen wir uns natürlich die Begegnung der Raiders 2 mit den Linz bzw. Traun Steelsharks in der Wiesengasse in Innsbruck nicht entgehen. Hier konnte ich noch einmal anständig Sonne tanken und ein energiegeladenes Spiel anschauen.
Als das Spiel dann vorbei war, stapelten wir unsere Sachen und die Babsi, die uns begleitet hat, in unser Football-Mobil und auf ging´s sponsered by Kühne und Nagl in Richtung Prag. Das heißt, erst in Richtung Wörgl zum „Remember-Geoff-Buffum-Subway-Einkehr-schwung“. Nur Blödsinn redend und den Chef anstänkernd (zum Glück kennt er uns inzwischen gut genug, dass er uns deswegen nicht vor die Tür setzt), verdrückten wir unsere Subs, die Cookies, die Chips und die „Ben und Jerrys“. Vollgemampft und mit Bauchschmerzen vom lachen konnte uns dann aber nichts mehr aufhalten.
Mit Diskussionen zur Frage wie „die Kuh macht muh – wie macht dann die Hirschkuh?“ und das obligatorische „Miao“ von der Rückbank ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Zumindest kam das mir so vor. Was natürlich auch daran liegen kann, dass ich mich irgendwann dem Schlaf ergeben habe, und Babsi meinen Platz auf dem Beifahrersitz überlassen habe. Die Straßen in Prag lassen aber niemanden im Auto schlafen und so konnte ich die letzten paar Minuten der Fahrt doch noch wach miterleben. Den Schlag“kratern“ ausweichend fanden wir doch recht schnell zur Pension Jana. Die Hausherrin haben wir vor einigen Jahren auf der Football-EM in Wolfsberg kennen gelernt und kamen jetzt ihrer damaligen Einladung nach. Es ist schön, dass die Footballfamilie zusammenhält – egal aus welchem Land man kommt!
Kaum angekommen, merkten wir doch alle, dass die Fahrt nicht ganz so kurz war, wie sie erst schien. Noch ein bisschen „wie weit reicht die WLAN-Verbindung“ spielen und dann das tschechische Musikfernsehen belachend, saßen bzw. lagen wir noch ein bisschen herum, bis wir dann doch lieber alle schlafen wollten.
Der Gameday-Morgen wurde mit einem kleinen aber sehr feinen Frühstück begonnen. Teesackl-Weitwurf und Marmeladengeschmack-herausfinden brachten uns in Schwung.
So gut das Navi uns bis an unser Domizil am Stadtrand auch gebracht hatte – mit der Innenstadt steht es nicht auf du-und-du. Wobei auch dazugesagt werden muss, dass wir nur die letzten Meter bis zum Stadion einfach nicht gefunden haben. Wie ein Bär um den verschlossenen Honigtopf kreisten wir in der Gegend um das Stadion herum, bis wir einen Typen erblickten, der verdächtig nach Panther-Anhänger aussach. Und – sieh an – er war auch vom Team und somit konnte er uns auch den Weg zeigen. Wir „zerrten“ ihn in unser Auto und er dirigierte uns die letzten Meter bis zum Stadion.
Nun standen wir vor dem nächsten Problem. Der wohl meistbesuchteste Bankomat in Prag hat uns nur noch 2000er-Scheine gegeben. Bei einem Eintritt von 100 Kronen war nicht zu erwarten, dass zu Beginn des Spiels schon herausgegeben werden konnte. Zu unserem Glück kam uns Mike entgegen, den wir gleich seine letzten 200 Kronen abluchsten und somit ins Stadion durften. Es wurden uns Tröten, Clapsticks und Mini-Deos in die Hand gedrückt und dann suchten wir uns ein gutes Plätzchen. Kaum drei Schritte ins Innere getreten, sahen wir schon bekannte aus Dresden! Sie wollten sich das Spiel der Raiders nicht entgehen lassen und ihre ehemaligen Coaches und Spieler wieder sehen.
Nachdem das Handtuch zum Bank abwischen die Runde gegeben wurde, machten wir´s und gemütlich und begannen, Cheers, Publikum und Stadionsprecher zu analysieren.
Dass der alte Einlaufsong für die Raiders gespielt wurde, entzückte Babsi und mich gleichermaßen. Die mitgereisten Fans der Raiders – die üblichen Verdächtigen – gaben während dem Match anständig Gas. Lautstärkentechnisch ließen wir uns nicht lumpen und holten alles aus uns heraus. Das wurde mit einem interessanten Spiel belohnt.
Nach dem Spiel konnten wir uns noch ein bisschen in der Sonne wärmen – unter dem Tribünendach war’s dann doch recht frisch! – und ein Bierchen trinken. Tschechisches Bier schmeckt gefährlich gut!
Babsi verließ uns dann, und fuhr mit Mike zurück.
Flo und ich dagegen, tratschten noch ein bisschen hier und da und machten uns dann auf, zur Pivovar. Ein geniales „Beisl“ in der nähe des Wenzelsplatzes, das ein unglaublich süffiges, dunkles Bier hat. Aber auch der Koch kann sich Könner nennen! Nach einem deftigen Imbiss und einem feinen Bierchen, machten wir uns auf den Heimweg.
Wie ich schon erwähnt habe, ist unser Navi nicht auf „du-und-du“ mit Prag. Das hatte zur folge, dass wir sicher eine halbe Stunde in Prag herumirrten. In den Tunnel hinein, dahinter umdrehen, wieder zurück, nur um dann wieder in den Tunnel hineingeschickt zu werden. Irgendwann haben wir dann die nervige Stimme, die mit der Zeit nur noch „bitte wenden!“ gekräht hat einfach ignoriert, bis dann eine andere Strecke angeboten wurde. Und schwupps – warn wir bei der Pension.
Keine halbe Stunde dauerte es, bis wir beide völlig KO einschliefen. In der Zeit ließen wir uns von den Klängen tschechischer und slowakischer Retrohits unterhalten. Ich habe schon eine Vorstellung vom Sound bei der nächsten Auswärtsfahrt ... *griins*
Nachdem wir am nächsten Morgen unsere Zeche bezahlt hatten, ratterten wir wieder in Richtung Heimat. Ein Tankstopp, bei dem auch noch der Halbe Shop leergekauft und das Leichenfeld auf der Windschutzscheibe heruntergekratzt wurde, und wir waren nicht mehr aufzuhalten.
Da wir aber noch immer Kronen hatten, mussten wir „leider“ noch einmal bei einem MCi Rast machen. Begeistert stellte Flo fest, dass es hier noch den Mc Country gibt und verleibte sich einen solchen genüsslich ein.
Kurz vor der österreichischen Grenze noch ein kleiner Shopping-Stopp für mich und dann auf nach Hause. Die fahrt war schon lang genug!
Und wie bei jedem Roadtrip von uns, endete auch dieser Tag, indem wir uns mit unserem ganzen Zeug voll packten, es in die Wohnung schleppten und glücklich waren, wieder daheim zu sein!